Die Rheinische Post betreibt ziemlich plumpen Populismus, aber da es ja gegen einen Politiker der Linken geht, nämlich Christian Leye, NRW-Spitzenkandidat seiner Partei, scheint das dann ja irgendwie o. k. zu sein. Mal wieder ein Beispiel für Journalismus, der vor allem an Agitation und nicht an zumindest um Objektivität und Fairness bemühte Berichterstattung interessiert zu sein scheint.
Kategorie: Medial-Manipulatives
Der Bombenanschlag auf den BVB-Bus
Der Bombenanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund sorgte für viel Aufsehen und Medien und Öffentlichkeit. Nachdem nun der Täter ermittelt wurde und klar ist, dass dieser rein aus Habgier handelt, gibt es drei interessante Aspekte an dem Vorfall, zu denen wir jeweils etwas Lesenswertes verlinken möchten.
Pulse of Europe
Von reichlich medialer Aufmerksamkeit wird seit einigen Wochen die Bewegung Pulse of Europe begleitet, die in verschiedenen Städten immer sonntags Menschen zusammenbringt, um sich pro Europa zu äußern. Klingt erst mal nach einer guten Sache, gerade in Zeiten von immer lauteren rechten Nationalisten, die immer mehr Menschen mit ihrem rückwärtsgerichteten Denken ansprechen, und generell ist der Gedanke eines kooperierenden oder sogar vereinten Europas ja auch etwas positives. Allerdings gibt es auch ein paar kritische Stimmen zu Pulse of Europe, die nicht aus dem rechten Lager kommen und denen man auch Beachtung schenken sollte.
Der Giftgas-Angriff in Syrien
In der letzten Woche gab es einen Giftgas-Angriff in der syrischen Stadt Chan Sheikhoun, bei dem mindestens 58 Menschen ums Leben gekommen sind, darunter auch zahlreiche Kinder. Die Bilder davon gingen um die Welt und machten zu Recht betroffen – schließlich wurde die Grausamkeit des Krieges in Syrien so mal wieder deutlich sichtbar. Und auch der Schuldige für diesen Angriff war schnell gefunden: der syrische Präsident Bascher al-Assad. Beweise sind dafür allerdings auch nicht nötig – aber es wird gleich mal kräftig zurückgeschossen!
Erdogan als WM-Ersatz
Die Kapriolen von Recep Tayyip Erdogan waren in den letzten Wochen eines der Hauptthemen in den deutschen Medien. Natürlich lieferte der türkische Präsident auch etliche Steilvorlagen, wenn er zum Beispiel jeden, der sich kritisch ihm und seiner Partei gegenüber äußerte, erst mal als Nazi beschimpfte, und es sollte selbstverständlich auch über die momentane undemokratische Entwicklung in der Türkei berichtet werden – aber das Ausmaß fand ich dann doch schon reichlich überzogen. Erdogan hier, Erdogan da – so als gäbe es zurzeit kein anderes Thema, was die Deutschen beschäftigen könnte. Doch das ist mitnichten der Fall …
Huffington Post Deutschland und die Angst vor den Öko-Weicheiern
Vom Focus ist man ja schon seit Längerem unterirdisch schlechten Journalismus gewöhnt. Bei dessen Ableger Huffington Post Deutschland hatte ich zumindest den Eindruck, dass man sich dort wenigsten ein bisschen mehr Mühe geben würde – bis ich neulich einen Artikel gelesen habe, der mich eines Besseren belehrte: Den Wirtschaftswissenschaftler und Politologe Hans-Martin Esser treibt eine Befürchtung um, die er nun der Welt mitteilen möchte: „Wir erziehen uns lauter Öko-Weicheier“!
Bundesgerichtshof entscheidet für die Bausparkassen
Der Bundesgerichtshof hat heute eine Entscheidung gefällt, die ein bisschen mehr Aufmerksamkeit verdient hat, als sie tatsächlich bekommen hat: Er hat den Bausparkassen erlaubt, alte Verträge einfach so zu kündigen, da die dort versprochenen Zinsen so hoch sind, dass sie nun nicht mehr wirtschaftlich sinnvoll erfüllt werden können.
Irrsinn und Gewalt im deutschen Fußball?
In der Huffington Post Deutschland findet sich ein Artikel, der von dem Irrsinn der deutschen Fußballfans handelt. Nanu? Eigentlich ist die Zahl der verletzten Unbeteiligten bei Ausschreitungen in deutschen Erst- und Zweitligastadien doch seit Jahren recht konstant auf niedrigem Niveau (in der Saison 2015/2016: 375), und die Zahl der eingeleiteten Strafverfahren ist ebenfalls rückläufig. Da verwundert es nun schon, wie denn der Journalist der Focus-Zweigstelle für Nicht-AfD-Wähler zu seiner steilen These kommt und mein, der Fanszene, die nichts verstanden hat, erklären zu müssen, worum es im Fußball geht.
Parallelen zu Trump
Donald Trump ist beinahe täglich in den Schlagzeilen, und seine Entscheidungen beherrschen den derzeitigen öffentlichen Diskurs. Dabei wird das Agieren des US-Präsidenten oftmals (sehr zu Recht) ausgesprochen kritisch gesehen, und es mehren sich die Stimmen, die von Abschaffung der Demokratie und des Rechtsstaates in den USA sprechen. In der Tat sind die durchaus als faschistisch zu bezeichnenden Tendenzen der trumpschen Politik besorgniserregend, allerdings sollte man auch immer schauen, von wem die Kritik daran geäußert wird. Wenn man nämlich mal genauer hinschaut, so lassen sich in der deutschen und EU-Politk doch einige Parallelen zu Trumps Vorgehen finden, über die allerdings recht gern hinweggesehen wird.
Wieder Silvester, wieder Köln
Vor einem Jahr beherrschte die Diskussion über die zahlreichen sexuellen Übergriffe auf Frauen im Rahmen der Silvesterfeierlichkeiten am Kölner Hauptbahnhof die mediale Öffentlichkeit in Deutschland. Verständlich also, dass solche Vorfälle sich nun nicht noch einmal erneut wiederholen sollten, und die Kölner Polizei war auch mit entsprechend hoher Präsenz vor Ort. Dagegen spricht ja nun auch erst mal nichts, und die Strategie war ja anscheinend auch erfolgreich, da massive Übergriffe wie Silvester 2015 vermieden werden konnten. Dass hierfür allerdings wohl mit sogenanntem Racial Profiling gearbeitet wurde, sollte zumindest diskussionswürdig sein. Und mal wieder ist es schnell die Reaktion von Politik, Medien und Öffentlichkeit hierauf, die bezeichnend für den desolaten Zustand unserer derzeitigen Gesellschaft sind.

