Die Untertanen – Ja, wo laufen sie denn?

Der Staat, insbesondere die Exekutive des Staates, muss die Sicherheit seiner Bürger und Bürgerinnen gewährleisten. Das ist oberste Pflicht und Rechtfertigung jedes Staatswesens.

Vorab

Unterstroemt ist ein Meinungs-Medium und wie alle Meinungs-Medien, die etwas auf sich halten können, so muss es auch hier unterschiedliche Meinungen geben, in Sachfragen und Sichtweisen. Diesem Anspruch versuche ich hier nun gerecht zu werden, in dem ich meine Meinung äußere, die nicht der aller Autoren hier entspricht und sicherlich auch nicht der aller Leser und Leserinnen. Gute Debatten brauchen aber die Meinung und damit auch die Meinungsunterschiede.

Exekutive

Die Exekutive hat die Pflicht Schaden vom Bürger abzuhalten, muss dafür die Unsicherheiten bedenken, abwägen und möglichst gering halten. Schafft sie das nicht, so entscheidet die Qualität und Quantität der Maßnahmen darüber, in welchem Maße sie den Schaden zumindest reduzieren respektive klein halten konnte, ob sie versagt hat oder nicht.

Bürger, Legislative und Umfragen

Der Bürger hat ein Recht dies zu verlangen, denn nur deshalb kann auch von ihm verlangt werden, das er sich an die Gebote und Verbote des Staates und seiner Exekutive hält. Dafür wählt der Bürger die Legislative, welche dann die Exekutive wählt und mit der Aufgabe Schutz zu schaffen betraut, ganz im Sinne des Willens der Mehrheit der Bürger. Der Bürger und die Bürgerin, die diesen Schutz dann auch verlangen, handeln deshalb völlig vernünftig, wenn sie den Schutz einfordern und wenn sie sich an die Gebote und Verbote halten, die dazu notwendig sind. Das hat nichts mit Untertanen-Denken oder Untertanen-Handeln zu tun.

Das hat mit Vertrauen zu tun, Vertrauen in die, die handeln. Umfragen können deshalb auch nicht mehr offenbaren, als das Vertrauen zu diesem Zeitpunkt. Sie sagen nichts darüber aus, wie es um dieses Vertrauen auch in Zukunft bestellt sein wird, sie sagen deshalb auch nichts darüber aus, wie sich der Souverän nach der Krise verhalten wird, wenn wieder andere Prioritäten Geltung erlangen, als die, die in der Krise prioritär geworden waren. Nichts anderes als Vermutungen sind deshalb gerechtfertigt und damit auch die Vermutung, dass eine Exekutive, die in den Augen der Bürger richtig und vernünftig handelt, auch vom Bürger dann „belohnt“ werden könnte. Ob das so sein wird, ist derzeit noch gar nicht absehbar, weil das Ende der Krise noch gar nicht absehbar ist.

Erst wenn der Staat und die Exekutive Maßnahmen vom Bürger verlangen oder Maßnahmen ergreifen, die nicht ausschließlich zu seinem Schutz getroffen werden oder die sogar diesen Schutz verringern, weil anderes wichtiger erscheint als der Schutz des Bürgers, kann, muss aber nicht, dann von Untertanen-Denken und Untertanen-Handeln gesprochen werden, wenn der Bürger nämlich anderes will, sich aber dennoch der Exekutive und damit dem Staat beugt und dies auch erst dann, wenn diese Maßnahmen vornehmlich und ohne ausreichende Rechtfertigung gegen ihn getroffen werden, mit dem Ziel getroffen werden, ihn in seiner Souveränität einzuschränken, um Macht über ihn ausüben zu können und auch erst dann, wenn dies auf Dauer angelegt sein soll und angelegt wird. Darüber kann aber im Heute noch gar keine Aussagen getroffen werden, auch dann nicht, wenn es Versuche dazu geben sollte, denn darüber wird der Bürger erst in Zukunft entscheiden, sagen, ob er das weiterhin zulassen will. Ein wenig mehr Vertrauen in den Bürger und seine Widerstandskraft wäre hier wohl angeraten. Ich habe es!

Judikative

Um solche Maßnahmen erst gar nicht möglich zu machen, gibt es die Gerichte, gibt es das Grundgesetz und insbesondere die Verfassungsgerichte. Solange diese funktionieren, solange der Bürger und die Bürgerin darin Vertrauen haben, solange ist kein Bürger ein Untertan, auch wenn er sich Maßnahmen unterwirft, die seine Freiheit beschränken. Er tut dies souverän und aus Einsicht, nimmt sich die Freiheit dazu, seine Freiheit für die Gesellschaft als Ganzes beschränken zu lassen.

Parlamente

Um von vornherein das Risiko zu minimieren, dass Maßnahmen gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung getroffen werden, gibt es Parlamente. Kein Bürger, zumal keiner in einer Demokratie, der sich an die dortigen Beschlüsse hält, ist deshalb ein Untertan. Er ist im Gegenteil ein Demokrat, ein guter Demokrat sogar, wenn er andere Beschlüsse gewünscht hätte und sich dennoch an die Beschlüsse der Mehrheit hält und zwar solange bis die Gerichte vielleicht etwas anderes sagen oder die Parlamente anders entscheiden.

Meine derzeitige sinnliche Wahrnehmung und damit meine Wahrheit

Ich sehe nicht, dass diese Regeln der Demokratie hier bei uns außer Kraft gesetzt wären, nur weil der Schutz der Gesundheit der Menschen derzeit vor den Schutz des privaten Eigentums geht, Menschen auch ihr privates Eigentum für die eigene Sicherheit einzusetzen haben, also entsparen müssen. Ich sehe eher das Gegenteil, Menschen nämlich, die über große Vermögen verfügen und nun sich nicht an den Kosten der Herausforderungen beteiligen, die sogar über ihre Interessenvertreter versuchen diese Kosten auf andere zu verlagern. Vor allem sehe ich dies für nach der Krise, als große Gefahr für die Gesellschaft sogar, als in der Krise längst vorbereitet an.

Ich sehe aber nicht, dass die Regeln der Demokratie hier ausgesetzt wären, nur weil einige Freiheiten derzeit beschränkt oder gar nicht gegeben sind, weil sie dem Schutz der Bevölkerung gemäß Artikel 2 des Grundgesetzes entgegenstehen würden, würde man einige Freiheiten nicht beschränken und einige sogar aussetzen, weil sie beschränkt und ausgesetzt werden müssen. Im Gegenteil, ich sehe diesen Artikel im Zentrum des Denkens und Handelns der meisten Verantwortlichen in diesen Tagen, sehe manche Kritiker und auch manche Verantwortliche eher außerhalb dieser Norm des Grundgesetzes in ihren Forderungen und Handlungen.

Ich sehe natürlich auch Menschen, deren Existenz auf dem Spiel steht, die nicht nur existentiell mit den derzeitigen Herausforderungen nicht mehr zurecht kommen, sondern oftmals auch mental damit große Schwierigkeiten haben, wie ich auch viele Menschen sehe, die, trotz wirtschaftlicher Absicherung, mental mit der Zwangspause, mit der Ruhe nicht zurecht kommen. Ich sehe vor allem, dass Kinder in prekären Verhältnissen durchaus mehr unter den Umständen leiden, als andere Kinder, deren Eltern nicht in prekären Umständen leben. Insgesamt sehe ich das Kind nie ohne seine Eltern und damit sehe ich immer auch die Umstände der Eltern als maßgebend für die Situation der Kinder an. Aber ich sehe auch die Versuche ihnen zu helfen von Seiten des Staates, das Bemühen dazu. Leider muss auch ich feststellen, dass hier die Regeln vor der Krise auch in der Krise oftmals gelten und die Prioritäten nicht so gesetzt werden, wie ich mir das wünschen würde. Weiterhin scheint zu gelten, wer am nützlichsten nach den alten Kriterien der Systemrelevanz ist, dem zu helfen, hat leider auch jetzt wieder höchste Priorität und nützlich ist, wer der Wirtschaft dienen kann, wer sie am Laufen halten kann. An dieser grundsätzlichen Kritik halte ich fest und ich denke auch, dass wir im Autoren-Team da durchaus einer Meinung sind.

Ich sehe deshalb auch viele Regeln und Vorgehensweisen, die auch mir nicht passen, weil mein Bild vom Menschen eben nicht so schlecht ist, wie es die wohl haben, die die Gesetze machen und meine Prioritäten auch nicht auf dem Eigentum liegen, dem sich die Parlamente (leider auch die Gerichte) mehr verpflichtet fühlen als dem Menschen; und weil Eigentum im Kapitalismus nicht von der Wirtschaft getrennt werden kann, diese in den Parlamenten längst den Ton angibt, bestimmt welche Musik gespielt wird, oft zum Nachteil vieler Menschen und der Natur. Dennoch halte ich mich an die Regeln und sehe mich deshalb immer noch nicht in der Rolle eines Untertanens. Denn die Regeln lassen sich immer noch ändern, wenn die Mehrheit sie ändern will. Ich sehe auch mich als durchaus beherrscht vom Primat der Wirtschaft an, aber nicht erst jetzt in der Krise, sondern schon lange vorher und dass sich das ändern muss, dass wird wohl auch im Autoren-Team hier bei uns unbestritten sein.

Was ich wirklich sehe, das sind deshalb Interessenkonflikte, auch Angstkonflikte – die einen haben zur Zeit Angst vor dem Virus und die anderen Angst vor der Bevormundung durch den Staat, beide Ängste sind individuelle Ängste und können auch nur vom Individuum allein beherrscht werden, stehen aber zwischen den Individuen in Konflikt -, und eine politische Elite, die von diesen Interessenkonflikten und Angstkonflikten getrieben wird und deshalb sehe ich an vielen Stellen derzeit Maßnahmen, die nur halbherzig getroffen werden, vermisse ich Maßnahmen, die gar nicht getroffen worden sind, sehe ich Maßnahmen, die nicht oder zumindest noch nicht hätten getroffen werden dürfen. Was ich nicht sehe, dass sind Untertanen, Menschen, die sich ihre Souveränität von der Obrigkeit hätten nehmen lassen.

Ich sehe nicht einmal die Gefahr dazu dieser Tage, denn die, welche die Exekutive bilden, sind viel zu schwach und viel zu wenig durchsetzungsfähig dazu. Wären sie nämlich stärker und durchsetzungsfähiger, so würden sie sich nicht so von den Interessengruppen treiben lassen, wie sie sich derzeit treiben lassen, ja, bei einigen sehe ich sogar, dass sie sich vorführen lassen. Das macht mir Sorgen, denn das ist die wahre Gefahr dieser Tage, dass nämlich Interessen die Oberhand gewinnen könnten, die nicht mehr ausreichenden Wert, vielleicht gar keinen Wert mehr auf die Sicherheit des Bürgers legen könnten, diese und damit den Bürger und die Bürgerin noch mehr zu einem Handelsgut machen könnten, als er es jetzt schon im reinen marktwirtschaftlichen Denken geworden ist.

Noch mal:

Ich sehe Manns Untertanen nicht, den andere seit langem hier behaupten, dass es ihn in einer großen Mehrheit in dieser Bevölkerung geben würde. Ich sehe überwiegend vernünftige und sehr viele nachdenkliche Menschen. Ich sehe Disziplin und kein Anwachsen des Obrigkeitsdenkens. Ich sehe Geduld und Ungeduld und ich sehe die Ungelduldigen gerade die Oberhand gewinnen.

Schon gar nicht sehe ich mich in der Rolle des Untertanes, auch nicht, weil ich derzeit bereit bin auf gewisse Rechte zu verzichten, schon gar nicht deshalb, dient dies doch dem Schutz der Gesellschaft und damit auch dem Schutz derer, die damit ein zunehmendes Problem zu haben scheinen.

Vielleicht ändert sich meine Sicht eines Tages – ich schrieb unlängst über mein Verhalten in einer dynamischen Welt – aber noch habe ich keinen Grund gefunden, kein Argument gehört oder gelesen, welches dazu geeignet wäre, mich dazu zu veranlassen.

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Heinz

Jahrgang 1958, am Leben interessiert, auch an dem anderer Menschen, von Rückschlägen geprägt. Nach diversen Tätigkeiten im Außendienst für mehrere Finanzdienstleister und zuletzt als Lehrkraft auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Ökonomie und Gesellschaft, den Kapitalismus in all seinen Formen zu verstehen und seit Jahren zu erklären ist meine Motivation. Denn ich glaube, nur wer versteht, wird auch Mittel finden, die Welt zu einer besseren Welt zu machen. Leid und Elend haben ihre Ursache im Unverständnis.

10 Gedanken zu „Die Untertanen – Ja, wo laufen sie denn?“

  1. Nun wurde ja bereits mehrfach im Zuge dieser Corona-Krise versucht (und auch praktiziert), die Parlamente auszuhebeln. Das wurde dann von viele für gut befunden, die demokratische Prozesse wohl eher hinderlich finden und sich als Untertanen nach einem „starken Führer“ sehnen. Insofern ist das von Dir Beschriebene ein theoretischer Idealzustand, der aber mit der Realität zurzeit wenig zu tun hat.

    Auch der ganze Cum-Ex-Komplex hat mehr als deutlich aufgezeigt, dass ein blindes Vertrauen in die Obrigkeit, wie Du es hier postulierst, wohl eher im Bereich des Untertanentums anzusiedeln ist, als dass es von wachen und aufrechten Demokraten zu erwarten sein sollte.

    Und wenn dann noch Kritik im Keime erstickt wird und Diskussionen so unterbunden werden, dann hat man es mit einem Untertanenverhalten zu tun, wie es die Voraussetzung für jedes autoritäre Regime ist.

    Der Untertan vertraut (blind) seiner Obrigkeit und misstraut seinen Mitmenschen, beim Demokraten, zumal wenn er von den Methoden des Machtmissbrauchs weiß, ist es genau andersrum.

    Ach ja: Das Grundgesetz wird übrigens auch gerade schon unter Beschuss genommen. Oder wie willst Du nun Bundeswehreinsätze im Inland damit in Einklang bringen? Den Untertan stört so was dann übrigens eher weniger …

  2. Das Aushebeln der Parlamente hat nicht stattgefunden, im Gegenteil, alles, was derzeit an Maßnahmen Geltung hat, ist durch die Gesetze und damit auch durch die Parlamente gedeckt. Der einzige Versuch das Parlament, den Bundestag nämlich, zu entmachten, kam von Schäuble und dieser Versuch ist kläglich an den Parlamentariern, übrigens aller Fraktionen, gescheitert. Ich beschreibe die Wirklichkeit deshalb und keinen Idealzustand.

    Der Cum-Ex-Komplex zeigt, dass es kein blindes Vertrauen in die Obrigkeit gibt, denn, gäbe es dieses, so wäre der Skandal gar nicht publik geworden. Gerade hier zeigt sich, dass die Demokratie noch funktioniert, wenn auch der Rechtsstaat recht machtlos ist, eben weil dieser Komplex nämlich zeigt, woran es wirklich hapert, an eindeutigen Vorschriften nämlich, die oft im Steuerrecht fehlen, weil es auch viel zu kompliziert geworden ist.

    Im Übrigen verwahre ich mich gegen den Vorwurf, dass ich blindes Vertrauen hätte, es gar verbreiten würde und andere dazu anhalten würde. Ich habe durchaus eine differenzierte Wahrnehmung, differenzierter als vielleicht manch anderer dieser Tage.

    Niemand erstickt hier Kritik im Keime, im Gegenteil, wird Kritik auch von mir und anderen geäußert. Das richtige Maß allerdings scheint einigen anderen verloren gegangen zu sein, insbesondere denen, die allein sich noch am angeblichen Untertanen hier abarbeiten, wohl weil andere Meinungen auch gleichzeitig offenbaren, das sie nur aus dem Untertanen heraus geboren sein würden. Der vielfach derzeit zu beobachtende disziplinierte und nachdenkliche Mensch, der oft zupackende Mensch, ist aber kein Untertan, denn Untertanen wollen beherrscht werden. Ich sehe diesen Wunsch nicht in der breiten Masse und widerspreche deshalb auch solchen Behauptungen. Ich sehe deshalb auch nicht, dass wir hier Gefahr laufen ein autoritäres Regime zu errichten.

    Der Einsatz der Bundeswehr im Inneren, um zivilen Notständen Rechnung zu tragen, ist schon seit den 70ern hier Grundgesetz konform erlaubt. Der Schnee-Einsatz in Schleswig-Holstein in den späten 70ern war meines Wissens nach der erste größere Einsatz der Bundeswehr im Inneren. Deshalb ist das auch kein Argument hier nun den Untertanen zu behaupten, weil wieder die Bundeswehr sich rüstet, um zivile Aufgaben zu übernehmen. Sicherheitsaufgaben sind nämlich noch gar nicht angefordert, einzig Unterstützung von Verwaltungen, in den Verwaltungen, und Unterstützung durch die medizinische Infrastruktur und ein wenig Logistik bei der Beschaffung und Versorgung sind derzeit in Planung. Sicherheitsmaßnahmen bedürfen des Parlamentsbeschlusses und dieser ist noch gar nicht erfolgt, nicht einmal derzeit angekündigt. Dieses Argument zieht deshalb überhaupt nicht.

    Kurz gesagt einmal, wenn man genauer nämlich hinschaut, so ist nichts bisher geschehen und auch nichts in Planung was rechtfertigen würde, der Mehrheit hier den Untertanen zu unterschieben. Mehr als haltlose Vermutungen und Interessen hinter diesen haltlosen Vermutungen sehe ich deshalb auch nicht. Was ich sehe, das ist eine Bevölkerung, die sich mit einer Krise und den Krisenfolgen herumschlagen muss und die sich deshalb hinter diejenigen vereint, die versuchen der Krise Herr zu werden. Was ich sehe, das ist aber auch ungerechtfertigte Panikmache, zunehmend von Seiten derer, die hier mit denen abrechnen wollen, die anderer Meinung als sie selbst sind, die es bisher nicht schafften für ihre Meinung eine Mehrheit zu finden und die nun ängstlich wie das Kaninchen vor der Schlange stehen, dass sie auf absehbare Zeit keine Mehrheit für ihre Meinung werden finden können. Ich sehe die Verzweiflung eines Teils dieser Gesellschaft, dass diese Gesellschaft sich weiter in die bisherige Richtung entwickeln könnte. Ich teile diese Verzweiflung aber nicht, weil ich weiß, dass gerade in Krisen, während der hochdynamischen Prozesse, den sehr hohen Prozessgeschwindigkeiten, man nur Momentaufnahmen sehen kann und da auch nicht mal alle und das nach der Krise diese Momentaufnahmen sich auch wieder schnell verändern können.

    Was ich wirklich vermisse ist differenzierte Kritik. Was ich sehe, ist Pauschalismus, von der einen wie der anderen Seite. Ich werde mich daran nicht beteiligen.

  3. Beim Bundeswehreinsatz geht es nicht um rein zivile Aufgaben, sondern um sicherheitspolitische, nämlich um die Unterstützung der Polizei (s. dazu hier). Und das ist etwas, was Hardliner wie Schäuble schon lange wollen, aber vom Grundgesetz und dem Bundesverfassungsgericht zum Glück noch immer abgeblockt wurde.

    So viel also mal zu differenzierter Kritik …

    Zudem interessant, dass Du das mit dem Untertanen ständig auf Dich selbst beziehst, dabei ging es mir ja um Kommentare zu einem Social-Media-Beitrag, wobei Du ja meintest, beides nicht gelesen zu haben.

    So viel also noch mal zu differenzierter Kritik.

    Und dass zum Glück nicht alles, was die Regierenden gerade beschließen wollten, auch beschlossen wurde, sollte nicht verdecken, wes Geistes Kinder da am Werke sind, die nämlich, so wie Söder, sich so gar nicht mehr um demokratischen Anstand scheren (s. hier). Dass Söder für sein Vorgehen viel Zustimmung erhielt, zeigt doch gerade, dass es vielen eben anscheinend nicht so wichtig ist, die demokratischen Gepflogenheiten aufrechtzuerhalten (für mich ja ein typisches Untertanenmerkmal).

    Aber klar, das ist ja alles nur pauschalisierend …

  4. Wenn BaWü den Einsatz von Soldaten zu Sicherheitszwecken erwägt, so ist das sicherlich ein Tun, welchem man entgegentreten muss. Allerdings sehe ich darin noch nicht den Untertanen bestätigt, da es mit Sicherheit auch dagegen Widerstand geben wird, auch vor dem Verfassungsgericht. Eine Entscheidung kann auch nur durch das Parlament dort beschlossen werden, was dann auch eine Diskussion zur Folge haben wird. Dass das versucht wird, sagt etwas über die aus, die es versuchen, aber nicht über die Bevölkerung allgemein. Du überziehst hier, ganz eindeutig, aus Frust, nehme ich an. Denn eine Demokratie lebt von den unterschiedlichen Meinungen und mehr als eine andere Meinung sehe ich derzeit auch noch nicht durch dieses Erwägen gegeben. Also tu nicht immer so, als ob schon alles beschlossene Sache wäre und dass das was beschlossen wird, nur deshalb beschlossen werden würde, weil man dir und mir die Freiheit rauben wollte.

    Dass ich den Untertanen Vorwurf auch auf mich (nicht ausschließlich und nicht ständig) beziehe, liegt an deiner generalisierenden Darstellung deiner Meinung, Karl. Du scheinst nur noch schwarz und weiß zu sehen, während ich versuche auch die Töne dazwischen zu sehen, aber anscheinend nicht sehen darf, weil ich ja ein Untertan bin, wenn ich dir widerspreche in deiner Kritik. Du kommst bei mir nämlich genauso an, sodass ich mich dem Vorwurf des Untertans gegenüber sehe und auch erwehren muss.

    Publikationen von Heise nehme ich eigentlich schon eine ganze Weile als äußerst tendenziös wahr, aber dennoch will ich darauf antworten. Es ist in Deutschland in vielen Bereichen Usos, dass Menschen zur Arbeit verpflichtet werden können und auch verpflichtet werden. Es ist nur wenig bekannt. So kann jederzeit die Gemeinde Männer und Frauen bis zum 62 Lebensjahr zum Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr verpflichten und das völlig zurecht, dann nämlich, wenn die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr nicht mehr gewährleistet wäre. Auch ist die Wehrpflicht nicht aufgehoben, sondern nur ausgesetzt worden und im Falle der Krise kann es schnell wieder zu Zwangsverpflichtungen kommen, sowohl im militärischen als auch zivilen Sektor. Was Söder macht, und das zurecht, ist die Lücke im Impfektionsschutzgesetz zu schließen, also auch bei nicht militärischen Krisen diejenigen mobilisieren zu können, die für den Schutz der Allgemeinheit auch gebraucht werden. Söder macht es richtig, dies zu tun, denn es ist nicht einzusehen, dass Menschen deshalb sterben müssen, weil das notwendige Personal nicht zur Verfügung steht, weil es nicht zur Verfügung stehen will. Sich mal mit den Gesetzen, vor allem dem GG hier zu beschäftigen, wäre dringend angeraten, vor allem Art. 2 des GG aus dem man nämlich auch Söders Tun ableiten kann. Das Söder dafür Zustimmung erhält, wie du lesen kannst auch von mir, hat immer noch nichts mit Untertanen Denken zu tun, sondern mit reiner vernünftiger Abwägung dessen, was notwendig ist und was nicht.

    Deine Argumentationen sind sehr dünn, Karl, wenn man sie wirklich hinterfragt und ich rate sehr dazu bestimmte Publikationen nicht einfach als wahr hinzunehmen, sondern zu recherchieren wie viel Substanz sie wirklich haben, welche Botschaft sie wirklich senden wollen.

  5. Nun schreibt der Merkur Ähnliches wie Telepolis zu Söders Hauruck-Politik, die demokratische Institutionen zu umgehen versucht. Aber das ist dann vermutlich auch wieder keine seriöse Quelle …

    Zudem scheint es so, dass Du bei dem Telepolis-Artikel auch wieder mal nur die Überschrift gelesen hast, denn es geht mir vor allem um das Vorgehen von Söder, das gerade noch von der Opposition ein wenig ausgebremst werden konnte.

    Wenn Du Dir also den Untertanenschuh schon unbedingt anziehst, dann muss ich sagen, dass er Dir auch sehr gut passt, so wie Du nun jedem hinterherdackelst, der Dir ein bisschen mehr persönliche Sicherheit verspricht, auch wenn dafür Demokratie und Rechtsstaat beschädigt werden. Aber so ist das eben, wenn ein Missstand einen auch mal selbst betreffen kann, dann zeigt sich eben auch, wessen Kritik zuvor nur wohlfeil war und wer es tatsächlich ernst meinte. Du zählst offensichtlich zur ersteren Kategorie.

    1. Nein, Karl, ich zähle zu der Kategorie der vielleicht immer seltener werdenden Spezies von Mensch, die nicht irgendwelche Journalisten brauchen, die mir vorkauen, was ich zu denken hätte, sondern es noch eigenständig tun können. Ich lasse mich nämlich nicht manipulieren, auch nicht von irgendwelchen Journalisten, die ihre Verkaufs- und Clickzahlen hoch halten wollen, in dem sie damit ein bestimmtes Publikum bedienen können. Du scheinst da anders zu sein, was hoffentlich nur an der Situation liegt, die, zugegeben, vielen hier mehr Stress verursacht, als sie vielleicht ertragen können.

  6. Aha, jetzt kommst Du also auch noch mit „Lügenpresse“ daher …

    Deine Überheblichkeit solltest Du Dir zumindest sparen, zumal Du Dich immer mehr als Pharisäer erweist. Marktwirtschaft kritisieren – aber Amazon nicht, weil DU da gern kaufst. Sich über die Formulierung „alter weißer Mann“ echauffieren (und lächerlicherweise als rassitisch darstellen), weil DU Dich dadurch angegriffen fühlst. Nun bei Corona zum Katzbuckler vor der Regierung werden, weil DU davon betroffen sein könntest.

    Erkennst Du das Muster?

    Schreib doch bitte zukünftig woanders, ich möchte mit jemandem wie Dir nichts mehr zu tun haben.

  7. Ich erkenn nur eines und das ist dein Hass, der dich vergiftet dem ich zukünftig ausweichen werde damit er mich nicht auch noch vergiftet. Ich werde also deiner Bitte folgeleisten und meine Beiträge woanders platzieren, wenn ich etwas platzieren möchte. Es gab für mich ein gutes Leben vor unterstroemt und es wird auch eines nach unterstroemt geben, denn mein Leben und meine Gefühle werde ich mir auch von dir nicht in den Dreck ziehen lassen.

    Bleib gesund!

  8. Was ich vor allem sehe sind Ängste, sowohl um mich herum, in den Medien, als auch hier in Euren Kommentaren. Dabei sind diese Ängste weniger vor den Regierenden (und nach Macht gierenden) und deren (vorgeschlagenen) Maßnahmen, als denn vor der Unsicherheit und den nicht absehbaren Folgen für uns alle, den einzelnen und der Gesellschaft als solche. Was ich hier im Blog aber leider auch gerade sehen muss, sind genau die Folgen der Ängste: Spaltung und Pauschalisierung.

    Politiker haben derzeit eine Menge (eigener und geborgter) Ideen, von denen wiederum viele unreflektiert oder nicht ausreichend durchdacht sind, andere zu radikal, um auf kritischem oder verängstigtem Boden gedeihen zu können, andere begrüßenswert. Das nimmt nicht jeder gleich wahr und das ist auch gut so, finde ich! Es ist ein trauriges Bild einer Gesellschaft, in der viele Dinge gesetzlich geregelt werden müssen, die dem gesunden Menschenverstand nach aus Eigeninitiative erfolgen sollten (Unterlassene Hilfeleistung, Zwangsverpflichtung, Bußgelder gegen Kontaktsünder, …). Es ist auch ein trauriges Bild, dass solche kontroversen Sichtweisen derzeit auch hier nicht ruhig diskutiert werden können, sogar ins persönliche entgleisen.

    Dieser Blog heißt „Meinung statt Mainstream“ als Untertitel, als Motto, als Empfehlung oder als Option auch unbequeme Ansichten schreiben zu können. Ich hoffe, dass dies auch weiter der Fall sein kann. Ich hoffe, dass wir alle die Vernunft und Weitsicht haben oder haben werden, zwischen Fakt und Fake, zwischen Fuck und Fucked zu unterscheiden und vor allem auch alle Grautöne dazwischen sehen, nicht nur die (eigenen) Enden der Fahnenstange. Jetzt, nach Corona und solange die Menschheit sich noch nicht selbst abgeschafft hat. Ich liebe Euch alle, versuche es zumindest aufrichtig, auch diejenigen, nein, gerade diejenigen, die es am wenigsten verdienen. Denn die haben es am meisten nötig …

    1. Dirk, deine auszugleichen suchende Art ehrt dich und die schätze ich bestimmt nicht gering ein.
      Dass dieser Blog „Meinung statt Mainstream“ heißt, heißt aber noch nicht, dass er auch diesem Anspruch gerecht wird. Diese Aussage ist doch eindeutig: „Schreib doch bitte zukünftig woanders, ich möchte mit jemandem wie Dir nichts mehr zu tun haben.“
      Du hast völlig recht, wenn du die Ängste hier zentralisierst, denn natürlich sind sie es auch, immer sind sie es, denn Angst ist letztendlich die Motivation des Menschen sich Sicherheit zu suchen.
      Du hast auch recht, wenn du den Politikern hier auf die Fahnen schreibst, dass sie eigene und geborgte Idee und davon eine ganze Menge und auch oft unreflektiert und meist (so sage ich es) nicht zu Ende gedacht äußern, umsetzen, durchsetzen. Da bin ich d’accor.
      Aber darum geht es hier gar nicht, weder um Angst noch um sachliche Fragen. Hier geht es um grundsätzliche, anscheinend auch nicht mehr auszuräumende Unterschiede in der Sicht auf die Menschen, die sich mir schon lange angedeutet haben, denen ich dachte aber mit meinen Debattenbeiträgen und Kommentaren entgegnen zu können und – hier war ich in einem großen Irrglauben – auch entgegnen zu dürfen. Diesen Gedanken habe ich verworfen, den eigenen Irrtum korrigiert und deshalb werde ich mich auch nach der obigen Forderung richten und mir einen anderen Platz suchen, falls ich überhaupt einen finden will.
      Also bleib gesund und munter und streitbar. Auf mich wirst du hier bei unterstroemt allerdings verzichten müssen.

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