Die verdienten Milliarden

Die Corona-Krise hat ja dafür gesorgt, dass die Milliardäre ihre Vermögen deutlich vergrößern konnten. Das ist nun nichts Unübliches, denn Krisen treffen eigentlich immer diejenigen am härtesten, denen es ohnehin schon nicht besonders gut geht, und produzieren immer auch Profiteure. Was mir nur an dieser Entwicklung auffällt: Es ist mittlerweile vollkommen selbstverständlich, dass es Milliardäre gibt, obwohl das an sich eigentlich schon etwas komplett Absurdes ist.

Da hört man dann immer wieder, dass sich Gestalten wie Amazon-Boss Jeff Bezos ihre Milliarden eben auch verdient hätten (oft mit dem tumben Zusatz, dass man ja wohl nur neidisch darauf wäre). Was dabei aber nur sehr selten angesprochen wird: Man kann sich Milliardenvermögen überhaupt nicht verdienen. Diese entstehen nur dadurch, dass möglichst viele anderen Menschen ein Teil des von ihnen erwirtschafteten Geldes (also ihres Einkommens) vorenthalten wird.

Ein anschauliches Beispiel dazu: 500 Euro Stundenlohn sind eine ganze Menge, wie ich finde, und ich schätze mal, dass die wenigsten von Euch, die das jetzt lesen, auch nur ansatzweise auf so eine Entlohnung kommen. Wenn nun jemand zu diesem opulenten Stundenlohn 40 Stunden in der Woche arbeitet, dabei dann nie Urlaub macht, sondern brav seine 52 Wochen im Jahr abreißt, dann hätte diese Person (der ich für dieses Beispiel Unsterblichkeit unterstellen muss), wenn sie mit ihrem Job angefangen hätte, als Christoph Kolumbus mit dem Segelschiff Richtung Amerika (oder vielmehr Indien, wie er dachte) aufgebrochen ist, bis heute noch nicht eine Milliarde Euro verdient.

Ups …

Und nun wird uns also tatsächlich immer wieder erzählt, dass irgendjemand tatsächlich ein Vermögen von nicht nur einer, sondern sogar mehreren Milliarden Euro als Verdienst für seine Arbeit zusammenbekommen haben soll?

Ja, nee, ist klar …

print

Karl

Jahrgang 1969, ist nach einem Lehramtsstudium und diversen beruflichen Tätigkeiten seit 2002 freiberuflicher Lektor (Auf den Punkt). Nach vielen Jahren in Hamburg, lebt er nun seit November 2019 in Rendsburg. Neben dem Interesse für politische Themen ist er ein absoluter Musikfreak und hört den ganzen Tag Tonträger. An den Wochenenden ist er bevorzugt in Norgaardholz an der Ostsee und genießt dort die Natur.

Schreibe einen Kommentar