Rutscht mir den Buckel runter, ihr Individualisten!

Sie gehen mir auf den Keks, diese Individualisten, dieses Kollektiv von Individualisten, ihrem Individualismus frönend alles zerstörend, was Generationen gebraucht hatten aufzubauen, wozu die Natur Tausende, Hunderttausende, oftmals Millionen von Jahren brauchte. Mir sind sie ein Gräuel, in der Masse als Tourist, wie in ihrer Art und Weise als Bürger allen anderen ihre Sicht der Welt aufzuoktroyieren und dies leider auch zu können.

Heinz, bleib sachlich und gib auch den Individualisten eine Chance, ihren Irrtümern auf die Spur zu kommen!

Kaum ein Wort ist so positiv konnotiert derzeit wie das Wort „Individuum“. Was durchaus auch Sinn ergibt, sind wir doch allesamt selbst Individuen. Alle Individuen haben Bedürfnisse – auch ein fast nur ausschließlich positiv konnotierter Begriff -, die wir natürlich möglichst umfangreich in unserem Leben befriedigen wollen. Wir alle meinen auch, ein Recht dazu zu haben. Haben wir auch, zumindest auf die Grundbedarfe, die jedes Individuum zum Leben braucht, die es braucht, um seine Menschenwürde zu behalten. Viele von uns meinen jedoch, dieses Recht auch dann zu haben, wenn es zulasten der Gemeinschaft und der Umwelt geht, sogar dann, wenn es zulasten der Bedarfe anderer geht. Sie sehen dies als legitim an und bekommen dieses Recht auch fast immer zugestanden. Manche meinen es sogar dann zu haben, wenn es eigentlich illegal ist, wenn das Recht Grenzen setzt. Sie setzen sich damit zwar ins Unrecht, aber gerade sie berufen sich auf die Ideologie, welche hinter diesen Auffassungen steht: den Individualismus.

In Schuld und Schuldner – Deutschland, eine verkehrte Welt versuchte ich, den kleinen Mann und seine Frau ein wenig von der Schuld zu befreien, die ihnen stetig zugeschrieben wird, als Wähler, als Verbraucher. Ich versuchte, die wahren Schuldigen herauszuarbeiten, die nämlich, welche beständig das Vertrauen der Menschen missbrauchten und weiterhin missbrauchen wollen.

Hier nun soll es um eine der Ursachen gehen, welche ich für diesen permanenten Vertrauensbruch direkt und indirekt verantwortlich mache: die Überbetonung des Individuums und seiner Bedürfnisse durch den Individualismus, der vorherrschenden Auffassung in unserer Gesellschaft.

„Individualismus ist eine Anschauung, die dem Individuum, seinen Bedürfnissen den Vorrang vor der Gemeinschaft einräumt.“ Duden zur philosophischen Bedeutung

Das Individuum, du oder ich, er oder sie, hat Bedürfnisse, und folgt das Individuum dem Individualismus, so haben deine, meine, seine, ihre Bedürfnisse Vorrang vor denen der anderen, auch denen des Wir, des Kollektivs, der Gemeinschaft. Der Einzelne geht also vor die Gemeinschaft. Oft fatal für das Kollektiv, aber so ist es nun mal, und so leben wir es auch derzeit.

In einer individualistischen Gesellschaft hat die Gemeinschaft wenig Platz

In unserer Gesellschaft hat die Gemeinschaft wenig Platz – oder besser gesagt: muss die Gemeinschaft den Platz räumen, wenn der Einzelne Anspruch darauf erhebt und es durchsetzen kann. Denn seine Bedürfnisse haben ja Vorrang vor denen der anderen, vor denen der Gemeinschaft.

Wehe dem, man will dem Individuum Grenzen setzen oder gar Führung geben. Teufelswerk!

„Ich weiß am besten, was für mich richtig ist!“, schmettert es einem sofort reflexartig entgegen, im analogen wie im digitalen Raum. „Ich brauche niemanden, der mir sagt, was richtig oder falsch ist. Ich weiß das selbst besser als jeder andere!“ Freundschaften können schnell scheitern, meist im digitalen Raum. Dass Führung immer stattfindet, auch unverzichtbar ist, dass diese Menschen sich irren, hatte ich vor einiger Zeit schon ausgeführt (hier), werde es sicher später des Öfteren noch detaillierter ausführen, aber nicht hier und nicht jetzt.

Aber selbst, wenn man Führung für verzichtbar hält, so bleiben die Grenzen, die man den Einzelnen zu setzen hat. Grenzen, die man aber meint, nicht setzen zu müssen, jedenfalls denen nicht, die über die notwendigen intellektuellen und finanziellen Mittel verfügen, grenzenlos zu handeln, denn die Freiheit des Individuums steht doch über allem, auch über der Gemeinschaft.

Grenzen sind das Böse schlechthin

Wir bekommen es täglich zu hören und zu lesen. Verwerflich der, der fordert, sie zu setzen. Unmöglich, sie dem Individuum setzen zu wollen.

Freiwilligkeit heißt dann das Zauberwort

Die einzige Grenze, die allgemein akzeptiert wird, ist die selbst gesetzte Grenze. Denn natürlich weiß jeder, was das Beste für ihn ist, für sie ist und natürlich auch für uns alle. So denkt der Individualist, und so handelt er auch. Die Diskussion um die Impflicht macht es nur allzu deutlich. Meine Position dazu ist bekannt, hier zu lesen.

Die Freiheit, Gewinn machen zu dürfen

Sie steht über allem, wird als unverzichtbar angesehen, ja als Voraussetzung sogar für das Gemeinwohl, glaubt man den Ökonomen des Neoliberalismus. Sogar dann, wenn dafür andere, die Gemeinschaft, Lasten zu tragen haben, steht diese Freiheit über allem und jedem.

Diese Art zu denken, die übertrieben liberale, weil nur auf das Individuum zurechtgeschnittene Denkweise, ist tief verwurzelt in dieser Gesellschaft, bestimmt die Ökonomie und die Politik. Sie ist dem Individualismus geschuldet, der von so vielen hier Besitz ergriffen hat.

„Der Private kann es besser“

Herr Lindner lindnert dies fast täglich. Die Freien Demokraten haben seit Jahrzehnten kaum mehr Worte als diese, für alle Probleme, denen wir uns zu stellen haben. Natürlich haben sie recht, kann der Private es besser, kann nämlich auch dann Gewinne maximieren, wenn die Gemeinschaft auch Verluste schreiben muss. Die Gemeinschaft sind alle, und sie muss für alle da sein, auch für die, die sich das Private nicht mehr leisten können. Verluste sind da oft unausweichlich, verlieren aber im Individualismus ihre Rechtfertigung. Gewinne können so auf Kosten der Gemeinschaft möglich gemacht werden, wurden lange schon so möglich gemacht. Zulasten der Renten, der Pflege, des öffentlichen Nahverkehrs und vieler anderer nun den Profiten übereigneten Teilen der Daseinsfürsorge. Mehr Individualismus scheint fast nicht mehr möglich zu sein. Mehr Herabwürdigung der Gemeinschaft geht nicht, es sei denn, wir schaffen sie bald gänzlich ab.

Auch der Gewinn ist wichtig, wird gebraucht

Nichts will ich damit gegen die sagen, die Gewinne machen, denn auch der Gewinn hat seine Berechtigung im Wirtschaftskreislauf. Er ist notwendig. Auch die Freiheit dazu ist unverzichtbar. Problematisch wird es erst, wenn der Gewinn, die Freiheit des Individuums, Gewinne machen zu dürfen, zulasten der Gemeinschaft geht.

Wohnungsnot und Gewinnmaximierung

Wenn beispielsweise Aktienunternehmen Wohnungen verwalten für individuelle Shareholder und institutionelle Shareholder und aus ihren Mietern den letzten Cent herausholen, um ihren Shareholdern an der Börse eine Freude zu machen. Dafür Mieten immer am oberen Ende des noch legal möglichen ansetzen. Dafür dann Mietern, die dann nicht mehr mithalten können, die Wohnung kündigen. Diese oft langjährigen Mieter dann auf die Straße setzen; sie der Gemeinschaft überantworten, welche dann oft genug dieser Verantwortung nicht mehr nachkommt. Dann wird der Gewinn zum Problem, der Individualismus zum Problem, die Rechte des Einzelnen vor die der Gemeinschaft zu setzen zu einem gewaltigen Problem.

Wasserrechte und der zunehmende Missbrauch damit

Wenn sich Nestlé oder andere die Wasserrechte sichern; Menschen dann von der Wasserversorgung abschneiden, um den gleichen Menschen dann das Wasser mit horrenden Gewinnen wieder zu verkaufen, wird es problematisch. Wenn sie es ihnen dann auch noch vorenthalten dürfen, wenn sie die notwendigen Mittel dazu nicht aufbringen können, dann wird dieses Denken und Handeln zu einem gewaltigen Problem, eines der Gemeinschaft, genauer gesagt.

Dumm allerdings ist, wer hier zu spät kommt, hier nicht mitmacht

So denken dann die Individualisten. Dumm ist der, der keine Profite machen will oder kann, in ihrem liberalen Unverständnis von Gesellschaft. Ihm oder ihr fehlt halt die Bildung, schreien sie heraus, weisen den Betroffenen die Schuld damit zu an ihrem eigenen Elend.

„Freie Fahrt für freie Bürger“

Kein Problem im Individualismus, im Gegenteil. Das Bedürfnis des Individuums, schnell zu fahren, muss konsequent vor dem der Gesellschaft gehen, die Unfälle zu minimieren, den menschlichen und sozialen Schaden zu minimieren, die Umwelt zu schützen. Beschränkungen des Bedürfnisses auch nur eines Individuums hier zugunsten der Allgemeinheit lehnt der Individualismus ab, muss in einer individualistischen Gesellschaft wie der unsrigen konsequent sogar auf Ablehnung stoßen.

Man spricht von Freiheit und meint den Individualismus

Freiheit meint nur die eigene Freiheit. Die Freiheit des Kollektivs muss hintanstehen, dem Vorrang des Einzelnen Platz machen. Freiheit muss man sich im Individualismus deshalb auch leisten können.

Selbst vor dem Feminismus hat der Individualismus nicht haltgemacht

Im Gegenteil, hat der Individualismus gerade hier gewütet. „Vom Anhängsel des Mannes zum Büttel des Konsums“ schrieb Tina zu Recht in ihrem sehr beachtenswerten Artikel hier auf unterströmt. Der Individualismus hat den Feminismus vereinnahmt und über die Selbstoptimierung zum ökonomisch verwertbaren Produkt gemacht.

Der Individualismus schafft eine Welt der Verantwortung des Einzelnen, als Selbstschutz quasi

So wie es Lambsdorff der Jüngere uns eindrücklich vorführte. Auf die schlechten Renten und die Mietsituation von Frauen angesprochen, antwortete er mit dem Rat, sie könne sich doch eine Wohnung kaufen. Individualismus pur. Liberaler Unsinn, aber viel zu viele nickten sofort mit dem Kopf; die Solidarität war ausgehebelt; die Verantwortung liegt wieder da, wo sie für die Individualisten hingehört: bei den Betroffenen, hier bei den Frauen in prekären Situationen. Was er einem Mann gesagt hätte, wage ich mir gar nicht erst vorzustellen.

Dummheit von diesen Lambsdorffs?

Nein, gewiss nicht. Strategie, eine sehr verwerfliche Strategie in meinen Augen. Indem man nämlich immer auf den Einzelnen, den Betroffenen, verweist, seine Eigenverantwortung, schafft sich der Individualismus einen Selbstschutz, schafft er sich selbst aus der Schusslinie, wird der Einzelne zum Schuldner der Gesellschaft gemacht. Die Gesellschaft ist fein raus. Die liberalen Prediger haben ihre Klientel wieder gut bedient.

Der Individualismus schützt sich, indem er Verantwortung delegiert

Und zwar auf jeden Einzelnen von uns und nur auf uns. Er schafft uns ein schlechtes Gewissen, spricht von Neid, spricht von Versagen, spricht uns ab, uns zu solidarisieren und als Gemeinschaft, als Kollektiv für unsere Rechte einzutreten. Teile und herrsche in höchster Form. Wir schrieben des Öfteren darüber (hier, hier beispielsweise), denn es ist immer wieder das gleiche fade, aber wirksame Spiel.

Eine individualisierte Gesellschaft ist leichter zu beherrschen als eine solidarische Gesellschaft

Daraus erklärt sich dann auch, warum die Bündnisgrünen ständig uns ermahnen, doch endlich unser eigenes Verhalten zuallererst zu ändern, während sie sich selbst kaum mehr mit den Konzernen anzulegen trauen – und wenn doch, dann doch immer nur mit halben Herzen, am Ende mit faulen, manchmal sogar oberfaulen Kompromissen.

Sie können dies auch ungestraft tun, denn der Individualist schaut nicht auf die Widersprüche, sondern auf die Botschaft, die Botschaft allein, die er hören oder lesen will, je nach Gusto des Individualisten.

Auch der Umbau unserer Sozialgesetzgebung ist so zu erklären

Die „Verantwortungsumwälzung“ durch den Individualismus – ein Bekannter von mir prägte letztens diesen treffenden Begriff – machte es möglich. Nicht mehr die Gemeinschaft ist seit den rotgrünen „Reformen“ verantwortlich für die Gesellschaft. Nein, der Einzelne ist verantwortlich für die Gesellschaft. JFK hätte seine Freude daran, auf wie fruchtbaren Boden seine einstige Forderung bei uns gefallen ist, Jahrzehnte nach seinem Tod zwar und so von ihm wohl auch nicht gemeint.

Der Mensch in Not, in Arbeitslosigkeit wurde zum Kunden gemacht, bekam einen Preis und wird seitdem zum Markt getragen, ja, muss sich selbst dahin tragen – und wehe, wenn nicht. Der Betroffene steht allein, ganz wie der Individualismus es fordert, auch wenn dadurch die Gemeinschaft den Bach herunterzugehen droht, egal.

Alle haben daran mitgetan

Sozialdemokraten, Grüne, Schwarze und Gelbe, denn alle sind dem Individualismus mehr oder weniger auf den Leim gegangen. Alle gemeinsam haben sie das Kollektiv für die Bedürfnisse derer geopfert, die mit dieser harten Welt noch zurechtkommen können, Vorteile sogar daraus schlagen können.

Gemeinschaft bietet Schutz

Diese Wahrheit scheint immer mehr in Vergessenheit geraten zu sein. Sie scheint im Individualismus untergegangen zu sein, im Glauben an sich selbst, an die eigene Unverwundbarkeit. Jeder kann alles erreichen, so behauptet man beständig, denn jeder ist seines Glückes Schmied. Wie oft muss ich das lesen und hören, gerade dieser Tage wieder. Meist von Menschen, die es tatsächlich geschafft hatten, von Menschen wie mir.

Auch ich habe studiert, mein Abitur zuerst auf dem zweiten Bildungsweg gemacht, vorher einen Beruf gelernt, habe Karriere gemacht, mit Menschen gearbeitet, denen mein Vater oder meine Mutter noch mit Respekt zu begegnen gehabt hätten. Nie allerdings habe ich vergessen, wem ich das zu verdanken hatte, der Gemeinschaft nämlich.

Ich bin immer noch dankbar

Den vielen Menschen genauer gesagt, die für bessere Bedingungen gekämpft hatten, die streikten, um mir und vielen anderen ein besseres Leben zu ermöglichen, uns überhaupt erst einmal die Chancen zu verschaffen, welche auch ich dann nutzen konnte. Deren Anteil ist viel größer an meinem Erfolg als mein eigener, dessen bin ich mir immer bewusst geblieben.

Meine eigene Stärke hätte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht ausgereicht, hätte es nicht die Sozialdemokratie und die Gewerkschaften gegeben, wären sie nicht in meinen Kindertagen solidarisch gewesen, wären sie ebenfalls so dem Individualismus verfallen gewesen, wie sie es heute sind.

Der Individualismus ist das Recht des Stärkeren, des Stärksten

Heute sieht das nämlich ganz anders aus. Heute sind die Verhältnisse weit hinter die zurückgefallen, von denen ich in den 70ern und 80ern des letzten Jahrhunderts noch profitieren konnte. Heute zählt das Recht des Stärkeren, der Wettbewerb, in den sich jeder zu begeben hat, den aber nicht jeder mit gleichem Rüstzeug bestreiten kann, der damit immer öfter zu einem scheinbaren geworden ist, dessen Gewinner oft schon vor dem Spiel nämlich feststehen.

Chancengleichheit ist zur Worthülse verkommen

Echte Chancengleichheit hat es nie gegeben, auch zu meiner Zeit nicht, aber die Chancenunterschiede waren nicht so groß wie heute. Dass sich das geändert hat, dafür hat der Individualismus gesorgt. Der Geldbeutel der Eltern spielt heute wieder eine große Rolle. Der Status der Eltern die andere große Rolle. Die kleinste Rolle spielt die eigene Stärke. Nicht das eigene Schmieden ist entscheidend, sondern wie stark man überhaupt noch schmieden kann, noch mehr, wer für einen mitschmiedet. Der Stärkste gewinnt, aber meist ist es nicht mehr der Beste, auch wenn der Individualismus uns das glauben machen will. Meist sind es die Kinder der Reichen, deren Erben, sind es die Kinder der Privilegierten, die sich durchsetzen. Hier von der Leistungsgesellschaft, von den Leistungsträgern zu reden ist blanker Unsinn, weil totale Verweigerung der Realität. Eher von Leistungsunterdrückung sollte man hier reden, von Leistungsverhinderung.

Viele, die dem Individualismus anhängen, hatten von der Solidarität einst profitiert, es nur vergessen, dass sie einst profitierten

Wie konnte es so weit kommen? Wie konnten wir nur diesem Glauben an die Allmacht des eigenen Ich verfallen?

Viele von uns, die wir profitierten von der sozialen Gesellschaft, von der Gemeinschaft, scheinen dieses vergessen oder verdrängt zu haben. Wir sind dem aberwitzigen Gedanken aufgesessen, das wir es aus eigener Kraft, es ganz allein geschafft hätten. Wir behaupten sogar, dass jeder dies schaffen könnte, würde er oder sie sich nur ausreichend bemühen. Wir haben einfach nur vergessen – vielleicht wollten es einige von uns auch nur vergessen -, wie anders die Zeiten waren, als wir uns damals anschickten, unsere Welt zu erobern. Wir ignorieren, wie schwer es geworden ist für sehr, sehr viele Menschen, mehr zu erreichen als den ihnen mittlerweile zugeteilten Platz in der Gesellschaft. Wie schwer es schon wieder geworden ist, diesen überhaupt noch zu behaupten.

Wir hatten vom Gemeinwohl profitiert und treten es nun mit Füßen

Wir tun dies, oder besser gesagt, unsere individualistische Generation tut dies, nur weil eigene Bedürfnisse vor die Belange der Gesellschaft gestellt werden dürfen. Ganz im Sinne des Individualismus, der Überbetonung des eigenen Ich. Das Kollektiv wird meist nur noch als Last empfunden, wenn es mehr von uns will, als nur gemeinsam zu feiern, gemeinsam Spaß zu haben. Wir sehen Gesellschaft als Kostenfaktor, ziehen Krämerseelen gleich Bilanz, immer auf den eigenen Vorteil bedacht. Denn das ist der Kern des Individualismus, der ihm innewohnende Egoismus. Der Porsche für den einen und die Tafeln für die anderen.

Ich lehne es ab, individualistisch zu denken

Ich finde es abartig, so Wirtschaft zu denken, so Gesellschaft zu denken und Gesellschaften damit mit Füßen zu treten. Ich bin kein Individualist. Ich war es nie und werde es auch nie werden. Ich werde immer ein sozial denkender und verankerter Mensch sein und bleiben. Dankbar für das, was die Gesellschaft einst für mich tat, und traurig darüber, was wir der Gesellschaft dafür zurückgegeben hatten in meiner Generation.

Deshalb noch mal: Rutscht mir den Buckel runter, ihr Individualisten!

Wie, das möge jeder und jede individuell selbst entscheiden. Ihr habt ja Übung darin, und hierbei möchte ich eurem Individualismus auf keinen Fall im Wege stehen.

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Heinz

Jahrgang 1958, am Leben interessiert, auch an dem anderer Menschen, von Rückschlägen geprägt. Nach diversen Tätigkeiten im Außendienst für mehrere Finanzdienstleister und zuletzt als Lehrkraft auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Ökonomie und Gesellschaft, den Kapitalismus in all seinen Formen zu verstehen und seit Jahren zu erklären ist meine Motivation. Denn ich glaube, nur wer versteht, wird auch Mittel finden, die Welt zu einer besseren Welt zu machen. Leid und Elend haben ihre Ursache im Unverständnis.

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