Extremistenalarm (Teil 2): Komfortzone

Ich habe hier auf unterströmt im April diesen Jahres bereits einmal über das Thema „Extremistenalarm“ geschrieben. Da wollte ich nun gerne noch einmal einen nachlegen und habe mich gegen eine „Ergänzung/Kommentar“ entschieden, sodass es nun ein kurzer Beitrag wird. Auch das Thema „Komfortzone“ haben wir ja hier bereits angebracht, und hier findet sich nun eine Genremix. Das Schlagwort „Extremist“ ist derzeit wohl fast ausschließlich in Zusammenhang mit dem IS zu finden, hier geht es jedoch um jede Form von extremer, einseitiger und vor allem unreflektierter Haltung.

Bevor an dieser Stelle weitergelesen wird, solltest Du Dir im Klaren sein: Das hier ist kein Zwang! Dieses kurze Plädoyer wird niemandem aufgezwungen, und ich zwinge meine Meinung auch auf der Straße niemandem auf. Also weiterlesen auf eigene Gefahr.

Der Linksextreme
Da wird gegen „den Staat“ gewettert, was das Zeug hält: die Polizeigewalt, die bestechlichen Politiker und das deutsche Spießbürgertum. Das sind alles Argumente, mit denen ich was anfangen kann, die hier im Blog teilweise thematisiert werden und auch einer Grundlage nicht entbehren. Aber wie komme ich dann auf die Idee, von eben diesem Staat Sozialleistungen (z. B. Hartz IV) zu beziehen? Das ist keine Seltenheit, denn ich selbst kenne ja genug von solchen „Revolutionären“.

Der Rechtsextreme
Da weiß ich schon gar nicht, wo ich anfangen soll! Wenn ich alle „Ausländer raus“ haben möchte, sollte ich dann nicht konsequent auch auf deren Produkte verzichten? Also Smartphones mit ausländischen Patenten (egal, ob Siemens die zusammenschraubt), billige Backwaren, aus dem Ostblock angeliefert und hier nur aufgebacken, CDs mit rechter Musik, die günstig im Ausland gepresst wurden, Obst und Gemüse aus dem Ausland … ökologisch wäre das auf jeden Fall ein „Sieg“.

IS-Extremisten
Einzige Grundlage für das Kalifat ist der Koran und dessen wörtliche Interpretation. Das erreicht man natürlich inkonsequenterweise mit amerikanischen und russischen Waffen, Autos aus Deutschland und Mobiltelefonen aus Asien. Den Feind mit den eigenen Waffen zu schlagen ist eine glänzende Idee, aber konsequent geht anders.

Militante Vegetarier
Die eigene Nase kann so weit entfernt sein, dass es einfacher ist, andere zu nerven. So auch dieser Schlag Menschen: rennen herum, giften Leute mit anderen Ernährungsgewohnheiten an und zeigen sich extrem intolerant. Selbst aber werden kosmetische Artikel genutzt, für die Tierversuche gemacht wurden, oder werden, Medikamente genommen, die tierischen Ursprungs sind – und mein Lieblingsvegetarier geht dann zu McDonald’s und isst dort einen „Veggie-Burger“. Nicht dass McDonald’s einer der schlimmsten Massentierhalter der Welt ist und Konzerngewinne aus Gemüse den Laden auch nicht ärmer machen …

Wie ich schon im April schrieb, habe auch ich gelegentlich solche extremen Tendenzen. Vor allem, wenn mich akut etwas nervt oder ich mich eben nur einseitig informiert habe oder die Gegenseite ausblende. Das wird auch schön in dem Buch „Lügen mit Zahlen“ dargestellt (dort als „Yang ohne Yin“), das ich demnächst hier vorstellen möchte. Jeder sollte sich die Ausrichtung seiner Lebensweise selbst auswählen können, aber doch bitte ohne den Rest der Welt damit zu nerven, dazu zu zwingen oder andere sogar zu verfolgen und zu töten.

Ich würde Euch gern dazu anhalten, weitere Beispiele von Extremisten mit ausgewiesener Komfortzone zu schicken. Am Ende dieses Beitrags findet sich ein Knopf „Leserbrief verfassen“, über den Ihr anonym oder auch mit Namen eine Nachricht an den Verfasser des jeweiligen Beitrags schicken könnt (in diesem Falle also an mich). Danke fürs „Zulesen“ – und ich freue mich nun, von Euch Leserbriefe zu erhalten.

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Dirk

Jahrgang 1974, in erster Linie Teil dieser Welt und bewusst nicht fragmentiert und kategorisiert in Hamburger, Deutscher, Mann oder gar Mensch. Als selbstständiger IT-Dienstleister (Rechen-Leistung) immer an dem Inhalt und der Struktur von Informationen interessiert und leidenschaftlich gerne Spiegel für sich selbst und andere (als Vater von drei Kindern kommt dies auch familiär häufig zum Einsatz). Seit vielen Jahren überzeugter Vegetarier und trotzdem der Meinung: „Alles hat zwei Seiten, auch die Wurst hat zwei!“

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