Gedanken zum Umgang mit einer Krise

In einer krisenhaften Situation erscheint alles wie unter einem Brennglas: unsere Gesellschaft, unsere Umwelt, unsere Lebensumstände und unsere eigene Persönlichkeit. Nichts davon ist auf einmal neu, wird aber deutlich sichtbarer. Und nichts davon lässt sich unmittelbar und sofort ändern, wohl aber lohnen sich eine Betrachtung und die Frage, wie man ganz persönlich jetzt mit den Umständen gut umgehen und sich zukünftig auf ähnliche Situationen einstellen kann.

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Let’s shop til we drop! Heute: Kaufen wir uns ein Stückchen Gleichberechtigung

Nichts ist so schön wie ein konkreter Anlass, um mal wieder Werbung betreiben zu können. Weltfrauentag – ick hör dir trapsen. Im Dunstkreis dieses Tages wabert jährlich so mancher Marketingspaß ans Tageslicht. Ich erinnere mich noch mit Grauen daran, wie Rossmann mit der „facettenreichen Rossfrau“ aufwartete – von „Naschkatze“ bis „Diva“, hihihi kicherkicher. Was erwartet mich dieses Jahr? Mal sehen …

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Ein Hoch auf die Jugend

Mitte 40 ist das klassische Alter für die gute alte Midlife-Crisis. Gemeinhin wird das mit nicht mehr ganz taufrischen Männern assoziiert, die „es noch mal wissen wollen“, plötzlich mit zu enger Lederjacke und geleastem Porsche auftauchen. Irgendwie albern. Ich habe mich natürlich auch gefragt, ob es bei mir (47) denn nun auch Zeit für eine Krise sei. So ganz taufrisch bin ich auch nicht mehr, und die Frage, was ich denn so erreicht habe und was ich denn überhaupt noch erreichen könne, steht an grüblerischen Tagen schon auch mal im Raum.

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Verbote versus Anreiz

Ein Plädoyer für mehr Konstruktivität und Mehrgleisigkeit in der Politik.
Mely Kiyak hat in ihrer aktuellen Kolumne in der ZEIT deutliche Worte gefunden: Aufklärung über Missstände, zum Beispiel der Produktion von technischen Geräten durch Kinderarbeit, bringe im Grunde nicht viel, es führe im Allgemeinen nicht dazu, dass Kunden ihr Kaufverhalten änderten. Was sie in der Folge fordert, finde ich sehr richtig: das aktive Regulieren von Konzernen, die unter solchen Bedingungen produzieren lassen. Hier braucht es entsprechende Gesetze, sprich Verbote.

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Frauen in der Gesellschaft. Konsumiere und optimiere dich. Oder: Was ist Feminismus?

„Sei ganz du selbst“ – „Verändere noch heute dein Leben.“ Diese Aussagen mögen widersprüchlich klingen, gehören aber zu einem perfiden Schema, welches für die heutige Zeit stilprägend ist. Während das Thema der formellen Gleichberechtigung für viele als „abgehakt“ gilt, Frauen sich für weitgehend „emanzipiert“ halten, frönen wir dem neuen Trend der Selbstoptimierung – frei nach dem Motto: „Die Unterdrückung ist tot, es lebe die Unterdrückung.“

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Frauen in der Politik. Hardliner, Plüschkaninchen, hauptsache systemkonform.

Wir leben im Zeitalter der Gleichberechtigung. Rund die Hälfte der Ministerposten im Bundeskabinett ist mit Frauen besetzt. Plus einer weiblichen Bundeskanzlerin. Die großen Volksparteien haben weibliche Vorsitzende. Aus emanzipatorischer Sicht sind wir also in der Gleichberechtigung angekommen. Ich möchte jubeln, wenn ich es denn nur könnte. Meine Hoffnungen auf eine andere, eine ausgewogenere Politik haben sich nämlich nicht erfüllt.

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Ja, ich bin links. Oder: warum deutliche Positionen heute wieder wichtig sind.

Ein Gastartikel von Tina Voggenreiter

Ich bin in keiner Partei, in keinem Verein, habe keine Clique und nicht mal ein Zeitschriftenabo. Kurz gesagt: Ich hatte generell nie so sehr das Bedürfnis, für irgendwas Flagge zu zeigen. Das hat sich in den letzten Monaten geändert. Ausschlaggebend ist die zunehmende Diffamierung von „links“ bzw. die mediale Gleichsetzung von „links“ und „rechts“. Beide Trends machen es meiner Meinung nach notwendig, sich zu positionieren, auch und vor allem öffentlich.

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Protestwahl – die kleine Schwester der Wahlverweigerung. Über Demokratie und Verantwortung, Teil 2

„Die da oben sind eh alle doof – deshalb mach ich nicht mehr mit.“ Solche Gedanken mögen einem in den Sinn kommen angesichts von Frustration über Politiker und Parteien. Deshalb schrieb ich neulich ein paar Sätze zum Thema Wahlverweigerung (hier nachzulesen, link). Aber noch ein anderes Phänomen ist in diesem Zusammenhang zu beobachten: die Protestwahl. Hier wird es ein wenig komplizierter. Vor allem dann, wenn zwar das Wahlrecht ausgeübt wird (gut), die Entscheidung aber kopflos ist (schlecht).

Ein Gastbeitrag von Tina Voggenreiter.

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