Luftnummer, die nächste: Klöckners Hunde-Verordnung

Als Hundebesitzerin befürworte ich strenge Verordnungen für Hundehaltung und -zucht natürlich durchaus. Allerdings ist das, was Julia Klöckner mit der geplanten Änderung der Tierschutzhunde-Verordnung aktuell vorlegt, höchstens als „ganz nett“ zu bezeichnen. Einen wirklichen Beitrag zu mehr „Tierwohl“ sehen ich darin nicht, weil grundlegende Probleme nicht berührt werden. Leider ist dies nur allzu symptomatisch für Frau Klöckner und passt einmal mehr in ihr Konzept „Viel Marketingaufwand, wenig Wirkung“.

Weiterlesen

Unheimliche Heimchen

Wenn Zeiten unruhiger werden – ob real oder gefühlt -, wie reagieren wir dann? Werden wir erfinderisch oder besinnen wir uns lieber auf Früheres? Vielleicht liegt die Antwort irgendwo in der Mitte. Was mich angeht, so nehme ich derzeit verstärkt wahr, dass der Wunsch nach Verspieltheit, Harmlosigkeit und Einfachheit bei Frauen Trend ist. Ecken und Kanten sind out – Ungefährliches ist in – und natürlich wird „wieder ganz viel selbst gemacht“. Und so gruselt es mich ein wenig, wenn mir die fröhlichen und hübsch zurechtgemachten Heimchen wieder einmal begegnen.

Weiterlesen

Gedanken zum Umgang mit einer Krise

In einer krisenhaften Situation erscheint alles wie unter einem Brennglas: unsere Gesellschaft, unsere Umwelt, unsere Lebensumstände und unsere eigene Persönlichkeit. Nichts davon ist auf einmal neu, wird aber deutlich sichtbarer. Und nichts davon lässt sich unmittelbar und sofort ändern, wohl aber lohnen sich eine Betrachtung und die Frage, wie man ganz persönlich jetzt mit den Umständen gut umgehen und sich zukünftig auf ähnliche Situationen einstellen kann.

Weiterlesen

Let’s shop til we drop! Heute: Kaufen wir uns ein Stückchen Gleichberechtigung

Nichts ist so schön wie ein konkreter Anlass, um mal wieder Werbung betreiben zu können. Weltfrauentag – ick hör dir trapsen. Im Dunstkreis dieses Tages wabert jährlich so mancher Marketingspaß ans Tageslicht. Ich erinnere mich noch mit Grauen daran, wie Rossmann mit der „facettenreichen Rossfrau“ aufwartete – von „Naschkatze“ bis „Diva“, hihihi kicherkicher. Was erwartet mich dieses Jahr? Mal sehen …

Weiterlesen

Ein Hoch auf die Jugend

Mitte 40 ist das klassische Alter für die gute alte Midlife-Crisis. Gemeinhin wird das mit nicht mehr ganz taufrischen Männern assoziiert, die „es noch mal wissen wollen“, plötzlich mit zu enger Lederjacke und geleastem Porsche auftauchen. Irgendwie albern. Ich habe mich natürlich auch gefragt, ob es bei mir (47) denn nun auch Zeit für eine Krise sei. So ganz taufrisch bin ich auch nicht mehr, und die Frage, was ich denn so erreicht habe und was ich denn überhaupt noch erreichen könne, steht an grüblerischen Tagen schon auch mal im Raum.

Weiterlesen

Verbote versus Anreiz

Ein Plädoyer für mehr Konstruktivität und Mehrgleisigkeit in der Politik.
Mely Kiyak hat in ihrer aktuellen Kolumne in der ZEIT deutliche Worte gefunden: Aufklärung über Missstände, zum Beispiel der Produktion von technischen Geräten durch Kinderarbeit, bringe im Grunde nicht viel, es führe im Allgemeinen nicht dazu, dass Kunden ihr Kaufverhalten änderten. Was sie in der Folge fordert, finde ich sehr richtig: das aktive Regulieren von Konzernen, die unter solchen Bedingungen produzieren lassen. Hier braucht es entsprechende Gesetze, sprich Verbote.

Weiterlesen

Frauen in der Gesellschaft. Konsumiere und optimiere dich. Oder: Was ist Feminismus?

„Sei ganz du selbst“ – „Verändere noch heute dein Leben.“ Diese Aussagen mögen widersprüchlich klingen, gehören aber zu einem perfiden Schema, welches für die heutige Zeit stilprägend ist. Während das Thema der formellen Gleichberechtigung für viele als „abgehakt“ gilt, Frauen sich für weitgehend „emanzipiert“ halten, frönen wir dem neuen Trend der Selbstoptimierung – frei nach dem Motto: „Die Unterdrückung ist tot, es lebe die Unterdrückung.“

Weiterlesen

Frauen in der Politik. Hardliner, Plüschkaninchen, hauptsache systemkonform.

Wir leben im Zeitalter der Gleichberechtigung. Rund die Hälfte der Ministerposten im Bundeskabinett ist mit Frauen besetzt. Plus einer weiblichen Bundeskanzlerin. Die großen Volksparteien haben weibliche Vorsitzende. Aus emanzipatorischer Sicht sind wir also in der Gleichberechtigung angekommen. Ich möchte jubeln, wenn ich es denn nur könnte. Meine Hoffnungen auf eine andere, eine ausgewogenere Politik haben sich nämlich nicht erfüllt.

Weiterlesen

Ja, ich bin links. Oder: warum deutliche Positionen heute wieder wichtig sind.

Ein Gastartikel von Tina Voggenreiter

Ich bin in keiner Partei, in keinem Verein, habe keine Clique und nicht mal ein Zeitschriftenabo. Kurz gesagt: Ich hatte generell nie so sehr das Bedürfnis, für irgendwas Flagge zu zeigen. Das hat sich in den letzten Monaten geändert. Ausschlaggebend ist die zunehmende Diffamierung von „links“ bzw. die mediale Gleichsetzung von „links“ und „rechts“. Beide Trends machen es meiner Meinung nach notwendig, sich zu positionieren, auch und vor allem öffentlich.

Weiterlesen