Das jämmerliche Keifen der Untertanen

Letzte Woche schrieb ich einen Artikel zum Thema Schutzmasken und einen weiteren Artikel über die deutschen Untertanen, die zurzeit nach mehr Härte vonseiten ihrer Obrigkeit betteln. Darauf gab es dann auch ein paar Reaktionen von ebenjenen Untertanen, und diese sind in ihrer Armseligkeit so bezeichnend und entlarvend, dass ich sie hier noch einmal aufgreifen und kommentieren möchte.

Zunächst einmal hatte jemand auf der Facebook-Wall von unterströmt den Untertanen-Artikel kommentiert mit:

„unterströmt als Sprachrohr der AfD.“

Leider hab ich keinen Screenshot davon gemacht und diesen Typen dann auch mitsamt seines Beitrages von der Seite entfernt – beleidigen lassen muss ich mich ja schließlich nicht auf meiner eigenen Wall.

Was an diesem kurzen Statement allerdings so bezeichnend ist für das Diskussionsgebaren von Untertanen: Es wird nicht inhaltlich auf das Gesagte/Geschriebene eingegangen, sondern es wird einfach nur diffamiert. Und das auch noch vollkommen haltlos, denn wer auf diesem Blog mal schaut, was dort so unter dem Schlagwort AfD zu finden ist, der wird wenig Positives über die Blaubraunen finden. Zudem habe ich persönlich wegen kritischer Äußerungen zur AfD schon oft genug Beleidigungen, Gewaltandrohungen und Wünsche wie, dass man so was wie mich besser vergasen sollte, erhalten. Da nun Nähe von mir zur AfD zu behaupten ist reichlich absurd.

Aber der brave Untertan folgt eben dem, was seine Obrigkeit ihm auftischt, und da wird das eigene Denken dann natürlich auch gern eingestellt. Die Kritik an Regierungsmaßnahmen wurde ja in den letzten Monaten immer mehr auf undifferenzierte Weise ausschließlich im rechten Spektrum verortet. Klar, bei den Querdenker-Demos sind immer wieder Rechtsaußen auch in prominentester Position dabei, daher würde ich dort auch ganz sicher nicht mitlaufen, aber es sind eben nicht alle rechts, die dort unterwegs sind. Genau diese plumpe Erzählung verfängt aber beim Untertan.

Dass damit letztlich vor allem auch die AfD gestärkt wird, die sich so als einzige Opposition gegen das immer offensichtlicher untaugliche „Krisenmanagement“ unserer Bundesregierung gerieren kann, übersteigt dann den Horizont des Untertanen selbstverständlich. Mit etwas komplexeren Sachverhalten hat der es nämlich nicht so, darum lässt es sich ja auch so gern sagen, was er zu denken hat.

Seit gut einem Jahr veröffentliche ich auch immer mal wieder Artikel parallel zu unterströmt auf Publikum, so auch die beiden oben angeführten Artikel. Und auch dort ließ die Reaktion von ein paar Untertanen nicht lange auf sich warten. Diese habe ich mitsamt meinen Antworten darauf mal gescreenshotet, dokumentieren sie nämlich auch das grundsätzliche Fehlen von Bereitschaft, sich inhaltlich mit einer Ansicht auseinanderzusetzen, die nicht der eigenen entspricht.

Unter dem Masken-Artikel fand sich da also Folgendes:

Nicht nur, dass ein Bericht aus immerhin zweiter Hand m. E. durchaus etwas ist, was man zur Einleitung eines Themas verwenden kann, so reicht es diesem Untertanen nicht aus, so etwas für sich als nicht glaubwürdig zu klassifizieren, sondern er fordert sogar gleich die Löschung (zumindest habe ich sein „gelöst“ so interpretiert, aber anders ergibt das ja auch gar keinen Sinn) derartiger Artikel. Wow – was für ein Verständnis von Meinungs- und Pressefreiheit!

Ein weiterer Untertan echauffierte sich folgendermaßen unter dem Artikel:

Kleine Erläuterung dazu: Man kann bei Publikum Autoren für Artikel, die einem zusagen, eine finanzielle Zuwendung zukommen lassen. Da das rein freiwillig ist, ist da bisher noch nicht wirklich viel bei mir angekommen, aber deswegen schreibe ich ja auch keine Artikel. Auch mit unterströmt habe ich bisher nicht einen Cent verdient, sondern vielmehr sehr viel Zeit in diesen Blog investiert – weil es mir wichtig ist, mich entsprechend publizistisch zu betätigen und meine Gedanken auf diese Weise öffentlich zu präsentieren.

Und nun kommt also so ein anonymer Typ daher und meint, meine Intention für das Schreiben von Artikeln sofort erfasst zu haben. Das toppt dann seine natürlich überhaupt nicht fundierte Kritik („Blödsinn“) noch einmal – und offenbart die eigene Schäbigkeit und Armseligkeit dieses Untertanen.

Da könnt Ihr Euch ja nun mal selbst fragen, ob es solchen Leuten denn tatsächlich um eine inhaltliche Diskussion geht, wenn sie (immerhin auf einer öffentlichen publizistischen Seite) derartige Kommentare absondern.

Natürlich war dann unter dem Untertanen-Artikel auch schnell jemand zur Stelle, um dort mit vollkommen unqualifizierter und in keinem Maße konstruktiver Kritik vor allem seine eigene Ranzigkeit unter Beweis zu stellen:

Typisch hieran das Alter-weißer-Mann-Gebaren (s. dazu hier, hier und hier), das vielen Untertanen sehr zu eigen ist: Es wird einfach irgendeinen Behauptung rausgehauen im Brustton der Überzeugung, dass man selbst sich ja nicht irren könne. Auch wenn ich es in meiner Antwort richtiggestellt habe, dass ich sehr wohl auch auf Facebook unterwegs bin, wird das den guten Hansheinrich wohl nicht erreichen, denn ich gehe nicht davon aus, dass solche Typen daran interessiert sind, Anmerkungen zu dem von ihnen verzapften Blödsinn überhaupt auch nur wahrzunehmen – es könnte ja an der eigenen selbstgefälligen Selbstgerechtigkeit kratzen.

Und auch hier die Frage: Wie soll man denn bitte mit so einer Person diskutieren, der es ja offensichtlich überhaupt nicht um den Austausch von Argumenten geht, sondern nur um Pöbelei? Eben – das funktioniert nicht, und da offenbart sich dann eben auch eine Parallele zu AfDlern und anderen Rechtsextremen (s. dazu hier und hier). Dass sich diese Verrohung und Entsachlichung des öffentlichen Diskurses von den Rechten leider zunehmend ausgebreitet hat, habe ich ja schon das eine oder andere Mal festgestellt (s. hier und hier), und gerade auch im Zuge der Diskussionen um die Corona-Politik der Bundesregierung war das auch schon zu beobachten (s. hier).

In jedem Fall kann ich nur noch mal das betonen, was ich auch schon auf das substanzlose Gekeife von Hansheinrich Hamel geantwortet habe: Solange sich derartige Untertanen, die ihre groben charakterlichen und intellektuellen Defizite auch noch mit borniertem Stolz vor sich hertragen, über meine Artikel ärgern, muss ich damit ja in jedem Fall schon mal einige sehr richtige Punkte getroffen haben!

Insofern: danke, Ihr Untertanen, für Eure unterbelichteten Reaktionen, die mich sehr in dem bestätigen, was ich mache. Würdet Ihr vom immer mehr um sich greifenden Untertanenvirus befallenen Heßlings mir applaudieren, ich würde mir wohl schon so meine Gedanken machen …

print

Karl

Jahrgang 1969, ist nach einem Lehramtsstudium und diversen beruflichen Tätigkeiten seit 2002 freiberuflicher Lektor (Auf den Punkt). Nach vielen Jahren in Hamburg, lebt er nun seit November 2019 in Rendsburg. Neben dem Interesse für politische Themen ist er ein absoluter Musikfreak und hört den ganzen Tag Tonträger. An den Wochenenden ist er bevorzugt in Norgaardholz an der Ostsee und genießt dort die Natur.

Schreibe einen Kommentar