Erst wenn über den Handel der letzte Preis gefunden sein wird, werden sie merken, dass es beim Sterben keinen Unterschied macht, ob man diesen Preis noch zahlen kann oder nicht, ob er überhaupt noch gezahlt wird, werden sie begreifen, wie hoch der Preis war, den wir alle zu zahlen hatten für die freie Marktwirtschaft und die unsichtbare Hand des Marktes.
Verdeckter und versteckter Rassismus
Um es mal deutlich zu sagen, aber der Rassismus in dieser Gesellschaft geht mir gewaltig auf den Senkel, nicht zuletzt der verdeckte und versteckte Rassismus, der mir täglich begegnet. Der darin seinen Ausdruck findet, dass Menschen zu Clustern zusammengefasst werden und dann über einen Kamm geschert werden, mit Adjektiven versehen in die eine oder andere Ecke gerückt werden, wie in meinen letzten Sonntagsgedanken beispielhaft beschrieben.
Interessantes aus KW 50/2019
An dieser Stelle präsentieren wir regelmäßig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben müssen und die wir teilenswert finden. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!
Sonntagsgedanken
Ich bin ein alter, weißer Mann und kann weder etwas dafür, dass ich alt bin noch dass ich weiß bin. Ich bin auch als Niemand nicht dafür verantwortlich, was irgendein alter, weißer Mann, der gerade die Macht hat, macht oder nicht macht. Trotzdem werde ich täglich beschimpft.
Jugend
Die Jugend in Großbritannien hat Europa gewählt, so lese ich in meiner Filterblase bei Facebook, aber auch in vielen Presseerzeugnissen. Hoffnung auf die Zukunft wird ebenso damit ausgedrückt wie Trost, dass es irgendwann einmal ein Zurück geben könnte.
Geschichten und ihre Erzähler
Menschen lieben Geschichten, haben sie immer geliebt. Und Menschen lieben deshalb auch den, der die unterhaltsamsten Geschichten erzählen kann, und nicht den Langweiler, auch wenn der vielleicht die bessere Geschichte zu erzählen weiß. Vor allem aber lieben sie die, die ihnen auch das Happy End gleich mit erzählen, und zwar von Anfang an der Geschichte.
Großes Kopfschütteln nach der Wahl
Ich vernehme ein großes Kopfschütteln der Intelligenz in Deutschland über das Wahlverhalten der Arbeiter in Großbritannien. Für mich war weder der Ausgang der Wahl in Großbritannien überraschend noch, dass so viele Arbeiter die Tories wählten und nicht die klassische Arbeiterpartei Labour.
Ein Hoch auf unseren Konsum!
Leute, wir müssen so weitermachen! Wir können doch nicht einfach den hemmungslosen Konsum beschränken. Und den Konzernen ihren schönen Profit nehmen – wie sollen dann die reichen Anleger bloß noch reicher werden? Jetzt haben wir doch schon den größten Niedriglohnsektor in Europa geschaffen, diese Errungenschaft, die die Politik der bräsigen Bevölkerung untergejubelt hat, können wir auf keinen Fall aufgeben. Und was ist ist mit den armen Menschen in Asien und Afrika , die für uns billige Sachen nähen, sinnlosen Schnickschnack zusammenkleben und -löten oder für unsere Handys im zarten Kindesalter schon Höhlen voll mit Kobalt erkunden dürfen? Wer beutet die dann aus?
„Meckerer“
Das Schöne an der repräsentativen Demokratie ist, dass man Bürger und Wähler bleiben darf, nicht verpflichtet ist, selbst Politik machen zu müssen, trotzdem kritisieren darf, eben weil man Macht delegieren kann, und zwar an die, die mehr wollen und vor der Wahl behaupten, auch mehr zu können, behaupten, die richtige Person oder Partei zu sein, und dafür dann nach Macht streben.
Ludwig Erhard, der Erfinder der sozialen Marktwirtschaft? Von wegen!
Ludwig Erhard genießt ja in weiten Teilen der Bevölkerung, de Politik und auch der Medien fast schon so etwas wie einen Heiligenstatus, da er als Erfinder der sozialen Marktwirtschaft gilt. Doch ist das eben so gar nicht der Fall, sondern vielmehr eine geschickt und recht dreist gestrickte Legende, mit der sich der im Grunde marktgläubige CDU-Wirtschaftsminister etwas zu eigen machte, was sich eigentlich gegen seine Politik richtete. Populismus par excellence, würde ich das nennen.

